Die Rolle des Arbeitszeugnisses
Es gibt verschiedene Gründe, ein bestehendes Arbeitsverhältnis zu beenden und ein neues aufzunehmen. Unabhängig davon, ob persönliche oder betriebsbedingte Veränderungen zu dem Jobwechsel führten, hat jeder Arbeitnehmer in Deutschland das Recht, sich ein qualifiziertes Arbeitszeugnis vom bisherigen Arbeitgeber ausstellen zu lassen. Mit dem Arbeitszeugnis bewertet dieser die beruflichen und sozialen Fähigkeiten des Arbeitnehmers. Neben einer kurzen Stellenbeschreibung und der Darstellung der Entwicklung des Mitarbeiters im Unternehmen wird eingeschätzt, wie zufrieden der Arbeitgeber mit den erbrachten Leistungen des zu Beurteilenden war. Dabei ist es möglich, auf vorhandene Stärken und Schwächen des Arbeitnehmers hinzuweisen. Ein Arbeitszeugnis wird zusammen mit den anderen Bewerbungsunterlagen eingereicht und kann neben einer Leistungsbeurteilung ein hervorragendes Empfehlungsschreiben für den künftigen Arbeitgeber sein.
Da Personalchefs neben der Qualifikation immer mehr Wert auf die sozialen Kompetenzen künftiger Mitarbeiter legen, erhalten Arbeitszeugnisse zunehmende Bedeutung.
Die moderne Arbeitswelt verlangt mehr von den Arbeitnehmern als eine gute Bildung. Die sogenannten Soft Skills rücken immer mehr in den Vordergrund. Den Anforderungen der zu besetzenden Stelle entsprechend können beispielsweise besondere kommunikative Fähigkeiten, eine hohe Führungskompetenz, gute Menschenkenntnis oder ein außergewöhnliches Motivationstalent erforderlich sein. Ist zwischen mehreren Bewerbern mit gleicher Ausbildung zu entscheiden, kann die im Arbeitszeugnis hervorgehobene Teamfähigkeit oder hohe Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft im bisherigen Arbeitsalltag ausschlaggebend sein. In der Gesamteinschätzung eines Arbeitszeugnisses wird nicht nur das kollegiale Verhalten, sondern auch das Benehmen Vorgesetzten gegenüber erwähnt. Besonders Aussagen über die Fähigkeit des Arbeitnehmers, Kritik anzunehmen und das eigene Verhalten entsprechend anzupassen, sind für Personalchefs sehr interessant.
Da grundsätzlich nichts im Arbeitszeugnis formuliert werden darf, das den weiteren beruflichen Weg des bisherigen Beschäftigten erschweren würde, ist der Wortlaut wohlwollend zu wählen. Mit dieser guten Absicht hat sich eine eigene Geheimsprache entwickelt, die es doch ermöglicht, dem künftigen Arbeitgeber kleine Schwächen auf diskrete Art mitzuteilen. Es bedarf schon einiger Erfahrung oder die Hilfe durch ein Arbeitszeugnis Muster, um ein Zeugnis für den Arbeitnehmer zu erstellen, das ihm bei seiner Karriere weiterhilft.
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